GROSSARTIG I KURIOS I INTERNATIONAL

Vitrine 2: Die Entstehungsgeschichte II

David d’Angers porträtierte etwa 500 Persönlichkeiten unterschiedlicher Nationen aus Kunst, Literatur, Musik, Geschichte, Politik und Naturwissenschaften.

Die Porträtmedaillons sind im Halbrelief ausgearbeitet, jeweils mit dem Namen bezeichnet, sowie vom Bildhauer signiert und datiert, wodurch sie eindeutig identifizierbar sind. Die Größen- und Darstellungsweisen variieren, doch verstand David d’Angers sie insgesamt als Korrektiv der Realität: Er kommentierte, dass er sich mit der Darstellung tugendhafter Menschen eine erhabenere Welt geschaffen habe. Ihre Betrachtung erfülle ihn mit Mitleid und tröste ihn zugleich über die Enttäuschungen der realen Welt hinweg, die zwar gut sei, doch vom Egoismus geprägt.

Zu den Dargestellten gehören viele Frauen, wie die Salonnière Juliette Récamier (1777–1849) und die gesellschaftskritische Schriftstellerin George Sand (1804–1876). 1853 schuf David d’Angers ein Medaillon für die amerikanische Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe (1811–1896). Erst ein Jahr zuvor war ihr Roman Onkel Toms Hütte erschienen. Dort wendete sie sich gegen die Sklaverei und zeigte die Grausamkeiten gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung auf.

Auch fertigte er ein Marmormedaillon seiner Ehefrau Émilie David d’Angers [10], gliederte sie in die Galerie Aux grands hommes ein und setzte ihr damit ein Denkmal.