GROSSARTIG I KURIOS I INTERNATIONAL

Vitrine 2: Die Entstehungsgeschichte II

David d’Angers präsentierte Goethe in Weimar drei Medaillons, um ihn von seiner Idee und seinen Fähigkeiten zu überzeugen – mit Erfolg! Darunter war auch die Darstellung von Eugène Delacroix [4].

1827 fertigte Delacroix 17 Lithographien für die Prachtausgabe der französischen Übersetzung des Faust I (1828). Goethe rezensierte sie in der kunstkritischen und kulturpolitischen Zeitschrift Ueber Kunst und Alterthum. Er bezeichnete ihn als „Maler von unleugbarem Talent“ und resümierte:

„Dabei ist aber Eins besonders merkwürdig, daß ein bildender Künstler sich mit dieser Production in ihrem ersten Sinne dergestalt befreundet, daß er alles ursprünglich Düstere in ihr eben so aufgefaßt, und einem unruhig strebenden Helden mit gleicher Unruhe des Griffels begleitet hat.“

 

Goethe setzte sich intensiv mit dem Dichter Lord Byron [5] auseinander. Umgekehrt bezog sich Byron in seinen Werken Manfred und Sardanapalus auf Goethes Faust I.

Im November 1822 erhielt Goethe von Byron eine handschriftliche Widmung: „Dedication of "Sardanapalus" / To the illustrious Goëthe a / stranger presumes to offer the / homage of a  literary vassal to / his liege =Lord“. Goethe dankte ihm 1823 mit dem Gedicht Ein freundlich Wort kommt eines nach dem anderen. Damit war ein Treueverhältnis zwischen dem deutschen und dem englischen Dichter besiegelt. Zu einem persönlichen Treffen kam es leider nicht mehr.