Goethe wählte als Protagonisten seines Schauspiels Torquato Tasso (1790) den bedeutenden italienischen Dichter des 16. Jahrhunderts, Torquato Tasso (1544–1595), am Hof von Ferrara. Eindrücklich finden sich in dem Drama Goethes Italienerfahrungen aus den Jahren 1786/87 wieder.
Carl Christian Vogel von Vogelstein orientierte sich bei der Illustration zu Goethes Tasso [19] an antiken Reliefs, die auch für David d’Angers [20, 21] vorbildlich waren. Thema und Darstellung der Dichtung sowie der Dichterpersönlichkeiten – Tasso auf der einen und Goethe auf der anderen Seite – stehen in der Tradition der griechisch-antiken Lobrede, der Panegyrik.
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Nach seinem Romaufenthalt reiste David d’Angers 1816 nach London. Dort studierte er die Elgin Marbles – die antiken Parthenon-Skulpturen – und besuchte das Atelier des Bildhauers John Flaxman (1755–1826). Parallelen zur Flaxmanschen Manier, die den präzisen Flächenumriss der antiken Vasenmalerei aufgreift, finden sich in seinen Zeichnungen zum Tod des Epaminondas [20, 21].
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Nach Vogel von Vogelsteins Gemälde Des Malers Atelier (1836) fertigte Albert Henry Payne einen Stahlstich [22]. Das Bild liest sich ebenso als Freundschaftsporträt wie auch als Huldigung an die Schönen Künste. Gleichberechtigt dargestellt sind unter anderem der Maler Vogel von Vogelstein selbst, der Bildhauer David d’Angers und der Schriftsteller Ludwig Tieck (1773–1853).