GROSSARTIG I KURIOS I INTERNATIONAL

David d‘Angers besuchte während seines Weimar-Aufenthalts 1829 auch das ehemalige Wohnhaus Friedrich Schillers, der bereits 1805 gestorben war. Nach der Betrachtung der vielen Erinnerungsstücke an den Dichter beschloss David d‘Angers tollkühn:

„Je ne l’ai point vu, qu’importe? Le buste que je lui destine ne lui ressemblera que mieux.“

„Ich habe ihn [sc. Schiller] nicht gesehen, aber was macht das schon? Umso besser wird ihm die Büste ähneln, die ich für ihn mache.“

 

Das Schiller-Medaillon ist als Pendant zum Goethe-Medaillon gedacht. David d’Angers fertigte das Porträt Schillers einmalig in Bronze an. Es gehört heute dem Musée d’Angers. Seit 1811 schickte der Künstler jeweils ein Duplikat seiner Werke in seine Heimatstadt. Damit begründete er selbst die Sammlung seines Lebenswerkes, die das Museum heute mit über 150 Büsten und 500 Medaillons bewahrt.
Um nicht mit dem Maler Jacques-Louis David verwechselt zu werden, ergänzte der Bildhauer seinen Nachnamen um den seiner Geburtsstadt. In seiner Unterschrift hebt David d‘Angers stets kunstvoll, doppelt und dreifach unterstrichen seinen Geburtsnamen hervor [Vitrine 2; 12].

 

Die Nachgüsse der Medaillons von Goethe [14] und Schiller [15] zeigen, wie technische Möglichkeiten originalgetreue Reproduktionen ermöglichen. Gleichzeitig vermitteln sie die freundschaftliche Zusammengehörigkeit der beiden Dichter.