Vor über 250 Jahren war der Ort am großen Hirschgraben ein Schauplatz lebhaften Familienlebens, der Kindheit und Jugend eines aufgeweckten Geschwisterpaares, der Verwandlung mittelalterlichen Fachwerks in ein barockes Bürgerhaus, der frühesten Shakespeare-Huldigung des Sturm und Drang und nicht zuletzt des kometenhaften Aufstiegs des berühmtesten deutschen Dichters.
Nach dem Auszug der verwitweten Mutter kam das Haus in fremde Hände und drohte, vergessen zu werden. Als Erinnerungsort gerettet wurde es durch einen liberalen, jungen Verein – dem Freien Deutschen Hochstift –, der es bis heute pflegt, beschützt, verwaltet und präsentiert. So entstand im späten 19. Jahrhundert auf dem Höhenpunkt der Begeisterung für Dichterhäuser die erste öffentliche Goethe-Gedenkstätte, sorgfältig eingerichtet und geöffnet für ein Publikum, das immer stärker anwuchs.
1944 wurde Goethes Elternhaus mit der ganzen Frankfurter Innenstadt bis auf die Brandmauer und die untersten Treppenstufen zerstört. Nach intensiver öffentlicher Diskussion wurde es gleich nach dem Krieg wiederaufgebaut, mit Materialien, die aus dem Schutt geborgen wurden, nach historischer Bauweise und mit der Unterstützung der Frankfurterinnen und Frankfurter sowie von Menschen aus aller Welt, die bis heute das Haus am Großen Hirschgraben besuchen. Jährlich strömen rund 120.000 Gäste in Goethes Elternhaus und bezeugen, dass sich physische Präsenz auch durch die beste digitale Darstellung nicht ersetzen lässt.
75 Jahre nach dem Wiederaufbaubenötigt das Goethe-Haus nun dringend eine umfassende wie behutsame Sanierung. Mehrere Millionen Besucher und die rege Bautätigkeit in der Frankfurter Innenstadt haben Spuren hinterlassen. Dabei ist der Anspruch hoch. Goethes Elternhaus soll seinen Charakter bewahren, die Sanierung bei laufendem Betrieb geschehen und die Besucherinnen und Besucher einbinden. Damit knüpfen wir – das Freie Deutsche Hochstift – an die Geschichte dieses Ortes an, an dem seit jeher Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, Ideen entstehen und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelebt wird. Die bevorstehende Sanierung ist also mehr als ein bauliches Vorhaben – sie ist ein Bekenntnis zum Erhalt eines lebendigen Ortes der Kultur, Bildung und Begegnung.
Für unser ehrgeiziges Vorhaben brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir sind angewiesen auf engagierte Menschen, die mit dem Haus auch die Ideale des jungen Goethe hochhalten: den Glauben an die Wirkmacht der Sprache, Toleranz und Horizonterweiterung und die Neugier auf die Welt und die Menschen in ihrer großen Vielfalt.
Mit Ihrer Spende können Sie ein Zeichen setzen! Werden Sie Teil der Freundinnen und Freunde des Frankfurter Goethe-Hauses. Gemeinsam können wir die Zukunft am Großen Hirschgraben gestalten.
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Verwendungszweck: Sanierung Frankfurter Goethe-Haus
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