Eintritt frei, Anmeldung erbeten: www.frankfurter-buergerstiftung.de
Kostenloser Livestream der Veranstaltung über die Website der Frankfurter Bürgerstiftung
Wer in einer Fremdsprache dichtet und obendrein den Tabubruch begeht, in eine Fremdsprache zu übersetzen, fürchtet nichts mehr als den Fehler. Schließlich will niemand als unzulänglich entlarvt werden. Was aber, wenn Fehlern, wenn linguistischen Missgriffen aller Art, Schnitzern, Patzern bis hin zum sprachlichen Super-GAU, Raum gewährt würde – als textförderlichen Wortmanövern? Was, wenn sich aus grammatischen „Illtümern“ poetische Funken schlagen ließen? Dagmara Kraus liest Auszüge aus Gedichten und Übersetzungen, im Gespräch mit Anne Bohnenkamp und Caroline Sauter.
In Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung
Dagmara Kraus
Als Übersetzerin überträgt Dagmara Kraus polnische und französische Texte ins Deutsche. Ihr Interesse gilt Werken, die sprachliche und literarische Konventionen infrage stellen, etwa den wortschöpferischen Gedichten Miron Białoszewskis oder den auf „contraintes“ basierenden Arbeiten des Oulipo-Mitglieds Frédéric Forte. Sie ist Autorin mehrerer Gedichtbände, darunter ‚kummerang‘ (2012), ‚kleine grammaturgie‘ (2013), ‚wehbuch‘ (2016), ‚liedvoll, deutschyzno‘ (2020) und ‚wille zur mache‘ (2026). Für ihren sprachlichen Einfallsreichtum und ihr interlinguales Spiel wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Erlanger Preis für Poesie als Übersetzung (2017), dem Basler Lyrikpreis (2018), dem Lyrikpreis Meran (2021), der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2021) sowie dem Oskar-Pastior- Preis (2025). Sie lehrt an der Princeton University.
Im Wintersemester 2026/27 hat Dagmara Kraus die Monika-Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen inne. Sie hält während des Semesters einen öffentlichen Vortrag und eine Lesung. Zudem richtet sie zwei Workshops aus.
Monika-Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen
Im Gedenken an die Verlegerin und Förderin von Literatur und Übersetzung Monika Schoeller richten das Freie Deutsche Hochstift in Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik und dem Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft regelmäßig eine Dozentur aus. Die S. Fischer Stiftung ermöglicht es, jedes Jahr einen profilierten Übersetzer oder eine profilierte Übersetzerin nach Frankfurt einzuladen, um in Kooperation mit den Lehrenden der drei Institutionen das Seminar zu leiten. Es ist regulärer Bestandteil des Studiums einschlägiger Fächer an der Goethe-Universität, richtet sich aber gleichermaßen an interessierte Gäste.